Pressestimmen

Ausstellung in Weißenfels: Gelebte Städtepartnerschaft

Sie versprühen Magie und verkörpern christlichen Mythos. Ob die Troika-Bilder, Salome oder der Krieger - sie korrespondieren miteinander im großen Schauraum.
Sie sind einzigartig und anspruchsvoll. Der Besucher der neuen Ausstellung, die die Familiennamen der beiden renommierten Künstler "Simon & Barnickel" trägt, muss Zeit mitbringen, will er sich auf Linolschnitte und Metallplastiken mit Symbolen aus der Sagenwelt einlassen.
Wer am Samstagnachmittag zur Ausstellungseröffnung in das Weißenfelser Stadtmuseum im Schloss Neu-Augustusburg kam, erlebte hochkarätige bildende Kunst, die ihre Wirkung bei zahlreichen interessierten Besuchern aus ganz Mitteldeutschland nicht verfehlt haben dürfte.
"Ich muss noch mal wiederkommen und mir richtig Zeit nehmen", hieß es mehrfach - besonders zur Freude der beiden anwesenden Künstler und der Kuratorin Irmgard Sedler. Die Leiterin der Museen der Weißenfelser Partnerstadt Kornwestheim in Baden-Württemberg gehörte neben dem Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) und Museumschef Martin Schmager zu den Laudatoren, die das Werk von zwei Künstlern aus Ostdeutschland würdigten.
Sedler hat auch einen repräsentativen Begleitkatalog zur Ausstellung, die zuvor im schwäbischen Museum im Kleihues-Bau gezeigt wurde, erarbeitet.
Die Schau mit Linolschnitten von Christina Simon aus Weißenfels und Skulpturen aus Edelstahl, Bronze, Kupfer und Eisen von Ulrich Barnickel aus Weimar, der heute im hessischen Schlitz lebt, dokumentiert gelebte Städtepartnerschaft. Sie verbindet Weißenfels und Kornwestheim auch auf breiter Museumsebene seit mehr als zwei Jahrzehnten, wie die Laudatoren bekräftigten.
Irmgard Sedler erinnerte unter anderem an Schuhtraditionen beider Städte und die gemeinsame Ausstellung "Auf Schritt und Tritt". Die aktuelle Exposition setzt das schöpferische Miteinander der Kooperationspartner fort - auf Schritt und Tritt, denn ein weiteres großes Vorhaben wollen sie in punkto Schuhe auf den Weg bringen.
Simons Bilder und Barnickels Figuren setzen sich anhand religiöser und antik mythologischer Glaubensinhalte mit dem Schicksal der Menschen hinter dem Eisernen Vorhang auseinander. Barnickel, zu Vorwendezeiten ausgebürgert, greift auf die Bildsprache des Neuen Testaments zurück und thematisiert den Leidensweg von Jesus. In der Mitte des Schauraumes im zweiten Obergeschoss können Besucher der Ausstellung ein Mahn- und Denkmal in Gestalt von 14 Skulpturen als "Weg der Hoffnung" besichtigen.
Die Stationen des Kreuzweges heißen Willkür, Unterdrückung, Zwang, Entsetzen, Solidarität, Mit-Leid, Gewalt und wieder Gewalt, Erniedrigung und Entwürdigung, Mord - als Jesus ans Kreuz geschlagen wird und Verzweiflung, weil er am Kreuz stirbt. Dann folgen Opfer und Hoffnung - Jesus wird ins Grab gelegt.
Der gelernte Schmied verwendet - begründet in seiner Biografie - bewusst sperriges Metall, dabei bevorzugt er Stahlblech. Bronzeguss war in der DDR eine Rarität. Die Kunst- und Religionspädagogin Christina Simon, Initiatorin des Kunstvereins Brandsanierung, besticht mit der Leuchtkraft der farbigen Linolschnitte verschiedener Themenzyklen von 2009 bis 2012.
MZ vom 26.11.2013


Linolschnitte neben Altar

"Eigentlich wollten wir im Sommer bereits an der Pettstädter Kirche bauen", sagt Susanne Riemer-Ranscht, die Kirchenälteste des Gosecker Kirchspiels. Doch weil die Finanzierung noch nicht stand, wird mit dem Verfugen von Westgiebel und Chor, der Sanierung von Eingangspforte und Kirchentür sowie der Regenwasserableitung erst im Frühjahr begonnen. Dennoch ist die Weihnachtsausstellung, die ab Sonntag um 14.30 Uhr mit einer Andacht eröffnet wird, keine Ersatzlösung, sondern die sicher sogar bessere Idee. Denn die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon bestreitet die kleine Schau mit rund einem Dutzend ihrer Drucke passend zum letzten Monat des Jahres. Am Freitag hat sie die Bilder links und rechts des 500 Jahre alten Flügelaltars gehängt.
Im gleichen Stil wie die vor dreieinhalb Jahren von ihr gestalteten drei Chorfenster ist zum Beispiel ein "Engel auf der Suche nach dem Licht der Welt" zu sehen. Die damals verwendeten weißen und goldfarbenen Linien sind auch hier zu entdecken. Die 48-Jährige bezeichnet sie als ihr Medium, als Stilmittel, um die Verbindung zwischen Himmel und Erde, kosmische Bahnen oder moderne Datenübertragung sichtbar zu machen.
In einigen ihrer Arbeiten widmet sich Christina Simon der Geburt Christi und auf ebenfalls mehrfarbigen Ikonen scheinen Heilige zu den Menschen herabzusteigen, bleibt ihr Urbild als weißer Umriss zurück. Statt dieses ursprünglichen Bildes sehen die Gläubigen ein personifiziertes Abbild, mit dem sie betend in Kontakt treten. Ein Beispiel dafür ist für Christina Simon auch der dreimonatige Gideon, der Sohn von Susanne Riemer-Ranscht, den die Initiatorin der Ausstellung in der Kirche zum Aufbau mitgebracht hat. Christina Simon verweist auf ihre Drucke von Christi Geburt und sagt: "Mit Gideon wird das Abbild, wie ich es in meiner Arbeit sehe, Wirklichkeit." Zwölf Ikonen der Lehrerin für Kunst und evangelische Religion sind derzeit faktisch auf Reisen. Erst waren sie in Halle zu sehen und jetzt sind sie im Kunstforum des Roncalli-Hauses in Magdeburg zusammen mit Glasmalerei von Gabi Weiss aus Baden-Württemberg und originalen russischen Ikonen aus einer Privatsammlung ausgestellt. Vom 2. bis 31. März ist die Schau im Haus Brandsanierung in der Weißenfelser Novalisstraße zu erleben.
MZ vom 07.12.2012


Dionysische Fülle
Unter dem Titel "Palimpsest" sind in der Landesschule Farblinolschnitte zur griechischen Mythologie zu sehen. Geschaffen hat sie Christina Simon.
VON KAI AGTHE

Die Landesschule Pforta ist ein mythischer Ort. Das resultiert aus der langen Geschichte der "Bildungsinsel" und aus der nicht geringen Zahl von Lehrern und Schülern, die in den letzten 500 Jahren den Mythos Pforta mitbegründen halfen. Es ist daher nur folgerichtig, dass nunmehr schöne Farblinolschnitte zur griechischen Mythologie von Christina Simon in der Landesschule zu sehen sind. Mit dem Wissen um Pfortas Geschichte kann man von Glück sagen, dass der Schnitt "Das apollinisch-dionysische Prinzip" (siehe rechts) der Weißenfelser Künstlerin dauerhaft einen Platz in Pforta fand.
Individueller Ausdruck
Christina Simon formt die Motive der griechischen Mythologie in ihren Bildern neu. Sicher, visuelle Darstellungen von mythischen Stoffen gibt es in der Kunstgeschichte zahllose. Diese sind vor allem Illustrationen. Die großformatigen Farblinolschnitte Christina Simons betrachtend, offenbart sich jedoch sofort, dass es verfehlt wäre, ihre Arbeiten als Illustrationen mythischer Momente und Elemente zu bezeichnen. Die Motive werden nicht einfach nur bebildert, sondern erhalten einen ganz individuellen künstlerischen Ausdruck.
"Palimpsest" hat Christina Simon die Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten zur hellenischen Mythologie überschrieben. Das Verb "überschreiben" trifft die ursprüngliche Bedeutung des Wortes und ihr künstlerisches Anliegen sehr genau. Es leitet sich her von der in der Antike und im Mittelalter geübten Praxis des Abschabens von Manuskriptseiten oder -rollen, um diese neu beschreiben zu können. Pergament und Papier waren teuer und wurden, wenn nötig, abgeschabt, also sanft recycelt, und aufs Neue benutzt. Palimpsest, das meint heute aber auch Oberflächen, die - wie oben am Beispiel von Inschriften an Hausfassaden angedeutet - durch menschliche und/oder natürliche Einflüsse überprägt und (deshalb) fast unsichtbar wurden. Christina Simons weiße Schnittlinie trennt und verbindet. Sie bildet Konturen und grenzt die farbigen Flächen ein. Die weiße Linie sorgt auf allen Blättern des Zyklus für eine gewaltige und bisweilen an die Bildsprache des italienischen Futurismus erinnernde Dynamik, die nicht selten und gleich, ob es sich um Menschen und Götter handelt, auf emotionale Verfasstheiten der Figuren schließen lässt. Ihre Arbeiten sind von einer geradezu dionysischen Fülle selbst dort, wo die Künstlerin "Das apollinische Prinzip" grafisch gestaltet.
Aus Olympia und Delphi
Auf diesem Linolschnitt von 2010 erscheint Apollon, dessen Vor- als Abbild einst im Zeustempel von Olympia stand, durch die erhobene Rechte als ein den Weg weisender, um nicht zu sagen: als richtender, also strafender Gott. Im Bild "Das apollinische Prinzip" werden Kunstwerke beziehungsweise Fragmente von solchen beigefügt, welche die Weißenfelser Künstlerin im antiken Olympia und Delphi gesehen, fotografiert und auf ihrem Linolschnitt wiedergegeben hat. Im unteren Bereich des Blattes "Das apollinische Prinzip" sind Lapithinnen genannte Frauengestalten und Pferdeköpfe zu sehen, die sich erst bei genauerer Betrachtung der Schnittlinien vom Untergrund abheben und zu erkennen geben. Ein weiterer Linolschnitt Simons ist "Apoll und Marsyas". Christina Simon zeigt auf dem in verschiedenen Fassungen vorliegenden Blatt von 2011 jenen Moment in waldiger Gegend, da das Urteil gesprochen ist und ausgeführt wird. Marsyas Arme sind in die Höhe gestreckt, was den Schluss nahelegt, dass das Häuten bereits im Gange ist. Den Kopf hält er im Schmerz so geneigt wie jenes Haupt, das die Künstlerin als Vorlage für den geschundenen Halbgott in Berlin gefunden hat.
Pferde und Ochsen
Hingewiesen sei auch auf jene Arbeiten, die zwar griechisch-antike Kunst zitieren, aber ohne einen Mythos zu transportieren. Dazu zählt das Blatt "Pferde von Delphi". Das Blatt "Die Wagenlenkerin" bezieht seinen Reiz aus einer quasi futuristischen Dynamik, wo Pferde- und Ochsengespann ein einziges undurchdringliches Fuhrwerk bilden. Kurzum: Christina Simons zu sehenden "Palimpseste" sind beeindruckende Kunstwerke und machen aus der Landesschule Pforta einmal mehr einen überaus mythischen Ort.
Reliefs und Kapitelle
Die zwischen 2009 und 2011 entstandenen Arbeiten hat Christina Simon unter dem Titel Palimpsest gefasst, da die Arbeiten aus vielen Teilen der hellenischen Kunstgeschichte neu beschrieben sind. Eingegangen in ihre Grafiken sind Arbeiten der bildenden Kunst, die sie in Griechenland und in Museen fand und fotografisch dokumentierte. Altgriechische Statuen und Statuetten, Reliefs und Ornamente, Säulen und Kapitelle hat sie als Vorlage genommen und in ihren Linolschnitten zusammengeführt. Ein wichtiges Stichwort sowohl für die Architekturgeschichte als auch für die von Christina Simon gewählte Bildästhetik lautet Spolien. Das sind Bauteile und andere Überreste wie Teile von Reliefs oder Skulpturen, Friese und Architrav-Steine, Säulen- oder Kapitellreste, die aus Bauten älterer Kulturen stammen und in neuen Bauwerken wiederverwendet werden.
MZ vom 30.06.2012


Mechthild im milden Schein
Das Literaturhaus Magdeburg zeigt bis Ende September Linolschnitte zum Leben einer Mystikerin von Christina Simon aus Weißenfels
VON KAI AGTHE

Pünktlich zur Ausstellungseröffnung schien die Sonne in die obere Etage des Literaturhauses Magdeburg, bildete aus Fensterachsen Schattenkreuze, die, wie passend, auf das Blatt "Wenn ich scheine, musst du gluten" wiesen. Im Kontext einer Schau mit Darstellungen zu Mechthild von Magdeburg möchte man solch himmlische Lichtregie keinesfalls als Zufall abtun. Auch die Blätter von Christina Simon, Vorsitzende des Weißenfelser Kunstvereins Brandsanierung, sind, dem Thema folgend, in göttliches Licht getaucht. Ihr Zyklus "Gott grüße euch, Frau Minne" mit Farblinolschnitten zu Leben und Denken der großen Mystikerin Mechthild von Magdeburg ist noch bis zum 28. September in jenem Haus im Magdeburger Stadtteil Buckau zu sehen, in dem Erich Weinert (1890-1963), der alles andere als ein mystischer Autor war, das Licht der Welt erblickte.
Mechthild wurde zwar nicht in der Elbestadt, wohl aber um 1208 im Erzstift Magdeburg geboren und starb 1282 in dem für ihre Zeit biblischen Alter von 75 Jahren im Kloster Helfta bei Eisleben. Nach eigener Aussage ist sie im Alter von zwölf Jahren "vom heiligen Geist gegrüßt", also göttlich berührt worden. 1230 ging sie nach Magdeburg, um als Begine, als christliche Laienfrau sich ganz dem Dienst an den Armen und Ausgestoßenen zu widmen.
Mechthilds 800. Geburtstag nahm Christina Simon 2008 zum Anlass, um sich mit der Mystikerin und ihrem Werk künstlerisch auseinanderzusetzen. Zwei Jahre zuvor hatte die Kunstpädagogin bereits eine Folge von Linolschnitten Elisabeth von Thüringen und damit ebenfalls einer mittelalterlichen Persönlichkeit gewidmet, die ihr Tun in den Dienst der Nächstenliebe stellte. Im Unterschied zu der Thüringer Landgräfin, die bereits kurz nach ihrem Tod heilig gesprochen wurde, wirkte Mechthild von Magdeburg jedoch auch durch das geschriebene Wort.
"Ich nehme mir vertraute Zitate", so beschreibt Christina Simon ihre Arbeitsweise. In Bezug auf die Linolschnitte zu Mechthild von Magdeburg gilt das in doppelter Hinsicht. Einerseits handelt es sich bei den Vorlagen für die Figuren ihrer Blätter um Adaptionen von Skulpturen gotischer Plastik, die man in den großen Kathedralen Frankreichs und Deutschlands findet. Andererseits hat sich die Künstlerin auch von Mechthilds mystischer Meditation, das in sieben Büchern überlieferte Werk "Das fließende Licht der Gottheit", inspirieren lassen. So erklärt sich auch, warum Christina Simons Farblinolschnitte von Schriftbändern durchzogen sind: Denn Mechthild ist uns seit acht Jahrhunderten durch das geschriebene Wort nahe. Die weißen Schnittlinien geben jedem Blatt des Zyklus eine ganz individuelle Dramatik. Auf den 100 mal 70 Zentimeter messenden Blättern dominieren mit Rot-, Gelb-, Orange- und Ocker-Tönen durchweg warme Farben. Das Blatt "Ich bin die Protokollantin des Herrn" wird gar von einem Rand eingefasst, wie man ihn aus der mittelalterlichen Buchmalerei kennt.
Wer in nächster Zeit nach Magdeburg reist, sollte neben dem Himmelslicht im Dom der Landeshauptstadt auch das göttlich fließende Licht auf sich wirken lassen, in das Christina Simons atmosphärisch dichte Farblinolschnitte getaucht sind.
MZ vom 09.07.2012


"Strahlende Kerle" im Dom
Sie kennen sich seit sieben Jahren: Roland Rittig, der die Gesellschaft zur Förderung des Schlosses Moritzburg in Zeit leitet, und Christina Simon, die den Weißenfelser Verein "Brand-Sanierung" gegründet hat. Doch jetzt wird die Zusammenarbeit der beiden Vereine enger. "In Zeiten knapper Kassen macht es Sinn, die Kräfte über die Ortsgrenzen hinaus zu bündeln", sagt der Literaturwissenschaftler, der auch schon Schülerprojekte mit Gymnasiasten in der "Brand-Sanierung", dem Kunst-Projekt in der Weißenfelser Neustadt, das die Lehrerin und Künstlerin entwickelte, durchführte. Er hat ihnen die Prometheus-Darstellungen aus dem Jahr 1982 in Text und Bild und Komposition nahe gebracht, auch Grafiken zu Johannes R. Becher besprochen. Seit der Vereinsgründung der "Brand-Sanierung" ist er kooperatives Vereinsmitglied geworden.
Doch auch Christina Simon ist den Zeitzer Kunstliebhabern längst keine Unbekannte mehr. Sie hat bereits ihre Linolschnitte im Dom St. Peter und Paul ausgestellt. Auch Linolschnitte zu Ernst Ortlepp und zu Martin Luther stammen aus ihrer Hand. Die grafische Sammlung des Museums Moritzburg sei außerordentlich gut, weiß die Weißenfelserin.
"Beide Vereine sind wichtige Kulturvermittler in ihren Städten", meint Rittig. Die Fördergesellschaft des Zeitzer Museums und die Ernst-Ortlepp-Gesellschaft haben landesweit einen guten Ruf und tragen seit Jahren mit Hilfe von Ausstellungen, Vorträgen und Publikationen dazu bei, den Namen der Stadt Zeitz über ihre Grenzen hinaus bekannter zu machen.
Die Resonanz der gegenwärtigen Luther-Ausstellung "Nicht an Worten, an Taten kennet sie" sei ein Beleg dafür. Rittig spricht von bürgerschaftlichem Engagement. In beiden Vereinen geht es um das Erkunden kultureller Synergieeffekte. "Wir wollen uns auf den regionalen Bestand der Kunst besinnen, auf unsere eigenen Wurzeln", sagt die Weißenfelserin. Die Region hat sich, was die Kunst betrifft, der Heimat eine Menge zu geben.
Deshalb hat Christina Simon der Fördergesellschaft Linolschnitte für die Martin-Luther-Ausstellung übergeben. Als "Strahlende Kerle" hat sie Peter und Paul, die Namenspatronen des Zeitzer Doms bezeichnet. "Christliche Motive in der Kunst sind mir wichtig", sagte die Religionslehrerin des Weißenfelser Goethegymnasiums. "Sie haben einen Bezug zu unserem Erbe, der christlichen Tradition." Die Fördergesellschaft könne sich jenes Bild nicht leisten. Deshalb stellt sie es ihr zur Verfügung.
Ums Hinterfragen geht es auch bei den gemeinsamen Schülerprojekten. Die Lehrerin hatte Rittig, einen der zehn Schriftsteller, die im Herbst in Schulen unterwegs waren, zum Thema "Autoren für Demokratie und Courage" zu einer Lesung und Schreibwerkstatt ins Goethegymnasium eingeladen. Es sei ein besonders guter Religions-Kurs, sagt sie und Rittig weiß das jetzt auch. "Immer mehr Schüler engagieren sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus, treten in ihrer Schule für Demokratie, Toleranz und gegenseitigen Respekt ein." Über Kriege, Gewalt und Mobbing habe er mit ihnen gesprochen. Beim zweiten Termin haben sie in der Schreibwerkstatt Texte verfasst. "Die Texte der Weißenfelser Schüler kamen alle in die engere Auswahl", zeigt sich der Literaturexperte beeindruckt. Eine Jury in Magdeburg werde sie beurteilen und Preise vergeben.
Beide Vereinsvorsitzende haben bereits Projekte für die zukünftige Zusammenarbeit beplant. Die Luther-Ausstellung, die jetzt im Lebek-Zentrum in der Moritzburg Zeitz zu sehen ist, soll in Weißenfels gezeigt werden. Rittig wird einen Vortrag halten über Johannes Bobrowski im Kunst-Projekt "Brand-Sanierung" in der Saalestadt, wo in diesem Jahr finnische Mythen zu dessen Dichtung unter dem Motto "Wäinemöinen /singt durch den Wind" zu sehen sind. Von Christina Simon werden Linolschnitte zu den Aposteln als Beitrag für die geplante Dauerausstellung im Zeitzer Dom zum Thema "Das Kirchenjahr" gezeigt, die Pfingsten eröffnet werden soll. Im Rahmen der Luther-Dekade arbeitet sie selbst zur Zeit am Thema "Frauen und die Reformation". Die Arbeiten werden 2012 in der Elsterstadt zu sehen sein. Weitere Ideen schwirren beiden im Kopf.
MZ vom 14.02.2011


In Brand-Sanierung brennen Kunst und Kultur
Christina Simon, die Vorsitzende des Vereins Brand-Sanierung, ist beim Neujahrsempfang der Stadt Weißenfels als "Verdiente Bürgerin" ausgezeichnet worden, durfte sich ins Ehrenbuch ihrer Heimatstadt eintragen. Über diese Anerkennung freute sich die 48-jährige Lehrerin für Kunst und Religion am Goethegymnasium Weißenfels, die seit ihrem Studium ganz unterschiedliche Linolschnitte anfertigt, sich aber auch anderen kulturellen Themen widmet.
Sie sieht in der Auszeichnung ein Zeichen, "dass meine Stadt in meine Arbeit Vertrauen setzt und dass viele Menschen aus der Region an das Kunst- und Kulturprojekt ,Brand-Sanierung' glauben". Dass das Projekt inzwischen zu einem kulturellen Hoffnungsträger der Region geworden ist, haben immer mehr Gäste deutlich gemacht, meint sie. Es geht nicht nur darum, eigene Linolschnitte in Ausstellungen zu präsentieren. Sie holt auch bekannte Künstler in die Stadt, lässt Schriftsteller lesen und Musiker spielen.
"Ich habe das Privileg sehr unabhängig und frei arbeiten zu dürfen", sagt sie. Durch ihre Unabhängigkeit könne sie in ihrer Außenseiterposition gewisse Themen und Projekte bearbeiten, "die nicht dem Mainstream verpflichtet" seien wie öffentliche Museen. "Ich sehe meine Aufgabe darin, aufgrund der Abwanderungsrate der Menschen aus dem Osten einen Pfosten da einzuschlagen, wo der Schwund am größten ist", sagt sie. Kultur soll die Menschen festhalten oder in die Heimat zurückkehren lassen.
Obwohl ihr Mann seit zehn Jahren seinen Arbeitsmittelpunkt in den Altbundesländern finden musste, hat sie sich entschieden, in Weißenfels zu bleiben. Dass sie in der Neustadt einen "kulturellen Leuchtturm" entwickelt hat, wie Stadtratsvorsitzender Jörg Freiwald (Die Linke) ihr Projekt bei der Laudatio bezeichnete, bringt sie mit den guten Arbeitsbedingungen in Zusammenhang. Aufgrund ihrer langjährigen Teilzeitarbeit als Lehrerin habe sie die Möglichkeit genutzt, ihre freie Zeit und Energie in den Aufbau des Kunstprojektes fließen zu lassen. "Ich arbeite jetzt zehn Jahre am Kunstprojekt in der Novalisstraße 13", blickt sie zurück. Ihre bewusste Entscheidung, mit dem Projekt ein Stückchen Kultur für die Region zu entwickeln und beharrlich zu bleiben, habe sich gelohnt, meint sie.
Doch Christina Simon hat dazu auch Mitstreiter gefunden und den Verein "Brand-Sanierung" gegründet. Auch immer mehr Lehrer ihrer und anderer Schulen unterstützen sie und nutzen die Projekte, besuchen Veranstaltungen, verlegen Unterrichtsstunden mit ihren Schülern in ihr Atelier und in Ausstellungen in der Galerie. Dort erleben sie, dass sich Kultur und Kunst in der Saalestadt entwickeln. Das verfestige sich im Kopf. Besucher kehren auch deshalb immer wieder dorthin zurück, weil sie sehen wollen, wie die Sanierung des Wohn- und Kunsthauses "Brand-Sanierung" voranschreitet. Dieser Aufgabe hat sich Geschäftsführer Bernd Steudtner von der Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels gestellt. Auch das sei eine Werbezeichen für die Stadt.
MZ vom 24.01.2011


Starke Frauen begegnen sich auf und vor den Bildern
Weißenfelser Unternehmerinnen treffen auf die Künstlerin Christina Simon
Mehr als 30 Frauen seien im September 1996 im Weißenfelser Brauhaus dabei gewesen, als der Unternehmerinnenstammtisch in Weißenfels gegründet wurde, sagte Christina Hüttig. Die Geschäftsfrauen, die meisten aus dem Mittelstand, wollten sich kennenlernen, Kontakte knüpfen, bei Vorträgen Erfahrungen sammeln, damit die Existenzgründung auch erfolgreich läuft. "Seit einem Jahr hat sich wieder ein fester Stamm gefunden", sagte sie. Zehn bis 15 Frauen treffen sich einmal im Monat. Ihr Interesse gilt auch der Kunst in der Saalestadt.
Am Mittwochabend besuchten 14 Frauen das Kunst- und Kulturprojekt Brand-Sanierung in der Weißenfelser Neustadt. Die Künstlerin und seit einem Jahr Vereinsvorsitzende der Brand-Sanierung Christina Simon erzählte ihnen, wie das Wohnhaus zum Kunsthaus und Treffpunkt Kulturinteressierter wurde. Sie lud die Frauen in ihr Atelier ein, das sie vor neun Jahren unter ihrer Wohnung einrichtete. Dann habe sie über acht Jahre privat einen Kunst- und Kulturkreis aufgebaut. Kunst sei kein "Brotberuf", sagte sie den Unternehmerinnen. Ihr Geld verdiene sie als Lehrerin am Goethegymnasiums. Sie berichtete von den Projekten und vom laufenden Umbau des Hauses , die in der Vergangenheit immer mehr Interesse geweckt hätten. Dann führte sie die Gäste zur eigenen Ausstellung "Gott grüße Euch, Frau Minne", Linolschnitte zum Werk von Mechthild von Magdeburg. "Mechthild war eine starke Frau im 13. Jahrhundert", meinte Christina Simon. Die Bilder anzuschauen und von ihrem Leben zu erfahren, sah sie auch für die starken Frauen von heute, zu denen sie die Unternehmerinnen zählt, als nützlich. Zwei von ihnen erkannte sie sofort wieder, weil sie bereits Veranstaltungen in der Brand-Sanierung besucht hatten. "Hier haben sie die Möglichkeit, Originale zu sehen", erklärte die Künstlerin. Das sei anders, als gefilmte Ausstellungsbesuche im Fernsehen anzuschauen oder Kataloge durchzublättern.
Das Interesse der meisten Frauen ist geweckt worden, sie wollen wieder kommen. "Ein solches künstlerisches Kleinod hat die Neustadt verdient", sagte die Gleichstellungsbeauftragte Christina Hüttig, die gemeinsam mit Silvia Bannert von der Bannert und Franke EDV-Systemhaus GbR den Unternehmerinnenstammtisch organisiert. Vor zwei Monaten hatten die Frauen die Stadtwerke Weißenfels besucht und sich aufklären lassen, wie die Geschäfte dort laufen. Im Sommer soll der Unternehmerinnenstammtisch nach Kornwestheim verlegt werden, plante Hüttig voraus. "Die Städtepartnerschaft mit Weißenfels besteht seit 20 Jahren", sagte sie.
Gemeinsam mit Silvia Bannert will Christina Hüttig am Montag am Zeitzer Unternehmerinnenstammtisch teilnehmen. "Vielleicht ergibt sich aus Gesprächen dort auch mal ein Thema, für das uns die Zeitzer eine Referentin empfehlen können", dachte sie voraus. Über den Kunstgenuss in der Brand-Sanierung wolle sie den Zeitzern auch berichten und weitertragen, was Christina Simon ihnen mitgegeben habe
MZ vom 19.02.2010


Trio findet beim Lärm der Bohrmaschine seinen Platz
Handwerker setzen Fenster der Künstlerin Christina Simon ein
PETTSTÄDT/MZ. Philipp Ernst reicht die 2,30 Meter hohe Scheibe mit Glasmalerei zwischen Gerüst und Kirchenwand vorsichtig zu Peter Adrian hoch. Es ist die mittlere für das größte Fenster in der Winterkirche des Pettstädter Gotteshauses und zeigt die Heilige Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind auf dem Arm. Der 55-Jährige hebt das Trio in die Laibung und rückt das Ganze zurecht. Während sein jüngerer Kollege nach oben steigt und das Glas fixiert, bohrt Adrian Löcher für die Dübel. Die Bleifassung wird mit Metallplättchen arretiert.
Christina Simon beobachtet das Ganze. Sie hat drei Fenster im Auftrag der Kirchengemeinde gestaltet. Das sogenannte Annenfenster und zwei kleinere mit der symbolischen Darstellung von Kreuz und Jakobsweg, der hier entlangführt. Zweimal war die 45-Jährige in der Glaswerkstatt Peters in Paderborn. Beim ersten Mal fiel die Entscheidung gegen Antikglas. Bei ihm hätten die Scheiben geteilt werden müssen und Bleiverstrebungen die Ästhetik gestört. Und auch die Gelb-, Gold- sowie Brauntöne wurden ausgewählt. Von oben fließen helle Farben herab und werden dunkler, je mehr sie sich der figürlichen irdischen Darstellung nähern. Bei der zweiten Fahrt ins Westfälische war auch Rainer Pretzsch vom Gemeindekirchenrat dabei, konnte bei einer Führung zugeschaut werden, wie die Weißlinien zur Figuren-Darstellung mit Sandstrahl eingearbeitet wurden.
Neben jenen transparenten Linien sind im oberen Bereich andere, die in einem Zopf münden, undurchsichtig. "Dieses Spiel der Linien und Farben ist für mich besonders interessant", sagt die Weißenfelser Künstlerin, die im Goethegymnasium als Lehrerin arbeitet.
Ob auch Fenster beim Einbau zu Bruch gehen? Nur selten, wehrt Peter Adrian ab. Er ist Sowjetdeutscher, hat auf dem Bau und im Bergwerk gearbeitet und siedelte 1995 um. Nach einer Umschulung ist er seit elf Jahren in der Paderborner Werkstatt tätig. Er hat bereits an der Kathedrale im spanischen Sevilla, aber auch in Shanghai mitgewirkt. Der Ausbau von Fenstern vor der Rekonstruktion und der Wiedereinbau seien für ihn nur ein Job, aber doch etwas ganz Besonderes. "Es sieht schön aus, wenn alles erledigt ist." Einen Tag haben die drei Handwerker in Pettstädt gebraucht. Zu ihnen gehört auch Matthias Heier, der draußen die zuerst angebrachte Sicherheitsverglasung gemeinsam mit dem Gosecker Restaurator Thomas Götze einputzt. Letzterer hat seit Tagen Vorarbeiten geleistet, weil das Stab- und Maßwerk der Fenster vielfach ergänzt werden musste.
Auch die Vorsitzende des Kirchspiels Goseck, Susanne Riemer-Ranscht, zeigt sich beim Einbau begeistert, denn sie weiß um den Kampf. Die alten Fenster waren in Wendezeiten, als der Raum ungenutzt war, zerstört worden. Der Denkmalschutz habe auf moderne Fenster ohne figürliche Darstellungen gedrungen. "Wir aber wollten mehr als die Aneinanderreihung verschiedenfarbiger Scheiben."
Derzeit träumt die 30-Jährige davon, dass Weihnachten die Kirche in neuer Schönheit erstrahlen wird. Voraussetzung ist, dass die Mittel vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten für eine Turmsicherung fließen. Der weist nämlich Risse auf. Sollte es die Statik hergeben, will man den vermauerten Rundbogen zwischen Schiff und Winterkirche öffnen, so dass der Blick frei wird auf den dann vor den neuen Fenstern stehenden restaurierten Schnitzaltar.
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Annen-Fenster steht bald im Blickpunkt der Pilger
Weißenfelser Künstlerin Christina Simon gestaltet die drei Entwürfe
Es war kein einfacher Weg, bis die Entwürfe abgesegnet waren. Nun steht fest, wie die drei Fenster der sogenannten Pettstädter Winterkirche aussehen sollen. Das Beeindruckendste dürfte das dreigeteilte Annen-Fenster werden. Die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon, die den Auftrag erhalten hatte, verweist auf die Schutzpatronin, die bisher nur auf einer Glocke des Gotteshauses erwähnt ist und die Maria und Jesus auf dem Arm trägt.
Die Dreier-Gruppe ist in der Mitte dargestellt, die Gewänder gehen in die äußeren Scheiben über und eine Vielzahl von Bändern laufen im sogenannten Weißlinienschnitt in einem Zopf zusammen. Im Jakobusfenster daneben verzichtet die 45-Jährige auf die figürliche Darstellung. Lediglich eine Muschel ist zu sehen. Weil der Heilige bereits im Altar dargestellt ist, sollen hier Bänder den Jakobusweg, an dem Pettstädt liegt, symbolisieren. Im kleineren romanischen Fenster werden Bänder zu einem Kreuz zusammenfasst.
"Die Entscheidung ist für eine zeitgenössische Lösung gefallen. Das ist für diese kleine Kirchengemeinde beachtlich", sagt Christina Simon. Der Standpunkt der Pettstädter wird dabei deutlich: Zwei Fenster ohne figürliche, dafür aber mit symbolischer Darstellung rücken den 500 Jahre alten Schnitzaltar in den Blickpunkt.
Für die Künstlerin ist die Auseinandersetzung mit dem Annen-Motiv eine Projektion irdischer Probleme, in diesem Fall eben der Familie und ihrer Beziehung untereinander. Da könne sie auch Identifikation stiften, sind die alten Fenster doch nach der Wende durch Plastescheiben ersetzt worden, weil sie völlig zerstört worden waren. So komme die Gemeinde über die Kunst ins Gespräch. Und in Zeiten von Katastrophen und Unglücken sei die Diskussion über Kunst, Religion und Philosophie, über Werte in der Gesellschaft also, wichtig, sagt Christina Simon. Sie unterrichtet im Weißenfelser Goethegymnasium vor allem Kunst und Religionspädagogik und bevorzugt Linolschnitte, Lithografien sowie Radierungen.
Dass sie den Auftrag für die Pettstädter Kirche erhalten hatte, freut sie besonders, stammt sie doch aus dem nahen Markröhlitz, hat Teile ihres Elisabeth-Zyklus' in der Gosecker Dorfkirche ausgestellt und organisiert derzeit eine Schau mit Werken von Gabi Weiss im Markröhlitzer Gotteshaus.
Es sind übrigens nicht die ersten Glasbilder, die unter Christina Simons Händen entstanden, doch Fenster stellen auch für sie ein Debüt dar. Dabei hilft ihr die Glaswerkstatt Peters in Paderborn.
Im Vorfeld hat sie kleinere Entwürfe angefertigt und dann eine 1:1,5-Fassung nach Westfalen geliefert. Dort werden die über drei Meter hohen Glasbahnen aus einem Stück gefertigt. Die Simonschen Entwürfe dienen dann als Schablonen, wenn mittels Sandstrahl und Airbrush die Linien unter anderem für die Gewänderdarstellung eingearbeitet werden. Sie sind das, was dem Kunstwerk Lebendigkeit verleihen soll.
MZ vom 19.03.2009
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Wanderausstellung von Christina Simon: Von Budapest über Freyburg nach Lengenfeld
Elisabeth-Bilder ziehen um
Anlässlich des 800. Geburtstages der Landgräfin Elisabeth von Thüringen hat die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon einen dreiteiligen Farblinolschnitt-Zyklus mit 30 Bildern angefertigt. Der wird an historischen Lebensorten der Heiligen Elisabeth gezeigt. Gerade ging die Wanderausstellung auf Schloss Neuenburg in Freyburg zu Ende.
VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GROSSMANN
Freyburg/Weißenfels/MZ. Christina Simon packt im Schlosshof der Neuenburg in Freyburg ein. Ihre Wanderausstellung "Elisabeth -Landgräfin von Thüringen, Dienerin, Heilige" ist hier zu Ende. Als nächstes werden die Linolschnitte im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein gezeigt. Mit dem eigenen Pkw bringt die Weißenfelserin die Bilder nach Thüringen. Ihr Bruder Holger hilft ihr dabei. Dort will sie die Ausstellung, den Räumen angepasst, noch konzipieren. Der dreiteilige Zyklus, der in Erzählbilder, Schwellenbilder und Stillleben gegliedert ist, wird in dieser Woche aufgehängt und am Freitag eröffnet. 30 Bilder hat Christina Simon in den vergangenen zwei Jahren angefertigt. Doch nicht alle gehen auf die Reise an den dritten Ausstellungsort. Der 100 mal 70 Zentimeter große Linolschnitt mit dem Titel "Durch den Dornenwald hindurch" verbleibt auf der Neuenburg. Das Museum kauft ihn, bestätigt Museumsdirektor Jörg Peukert. Im Vorraum der Doppelkapelle, schräg gegenüber der Holzfigur der Heiligen Elisabeth, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, hängt das Bild. In jenem Raum kann auch der Knüpfteppich aus Wolle und Leinen aus dem 15. Jahrhundert besichtigt werden. Darauf sind auch Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth dargestellt. "Es ist ein Experiment", sagt Museumsdirektor Jörg Peukert. "Wir integrieren hier historische Exponate und zeitgenössische Kunst."
Die Bilder der Weißenfelser Grafikerin seien größtenteils gut angekommen, meint der Museums-Chef. Die Neuenburg war der zweite Lebensort der Heiligen Elisabeth, an dem die Bilder gezeigt wurden. Begonnen in der St.-Franziskus-Kirche in Budapest wird mit der Wanderausstellung, einem Pilgerweg gleich, dem Lebens der 1207 geborenen ungarischen Königstochter, die zur Landgräfin von Thüringen wurde, drei Kinder zur Welt brachte, sich bis zur Entkräftung für Bedürftige aufopferte und früh (1231) starb, gefolgt. Auf ein besonderes Exponat, das zurzeit auf der Neuenburg gezeigt wird, macht der Museumsdirektor aufmerksam. Im Rahmen der Dauerpräsentation Burg und Herrschaft wird die Predigtsammlung "Vita S. Elisabeth" von Dietrich von Apolda gezeigt, die als bedeutendste Lebensbeschreibung der Heiligen gilt. Darin sei die Neuenburg erwähnt und zitiert worden, dass Elisabeth verschenken könne, was sie wolle. Das spiegelt sich auch in den Bildern wider.
Das Andenken an eine große mittelalterliche Frau wollte Christina Simon mit ihren Schnitten bildkünstlerisch umsetzen, um zum Nachdenken über das karitative Wirken Elisabeths anzuregen. Das erscheint ihr in heutiger Zeit, in der Reichtum und Armut immer heftiger aufeinander stoßen, wichtig.
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Linolschnitte von Christina Simon zurück in Weißenfels - Aus 18 Bildern entsteht jetzt Standardausstellung Heilige Elisabeth verschwindet nicht
Die Wanderausstellung "Elisabeth - Landgräfin von Thüringen, Dienerin, Heilige" ist zu Ende. Vom letzten Ausstellungsort, dem St.-Elisabeth- und St.-Barbara-Krankenhaus in Halle holte Christina Simon die 31 Linolschnitte jetzt zurück in ihr Weißenfelser Atelier.
VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GROSSMANN
Weißenfels/MZ. Mit dem großen Einpacken geht das Jahr für Christina Simon zu Ende. Geübt hat sie dafür in den letzten Monaten ziemlich regelmäßig. Immer wieder hat sie Folien schützend um ihre Bilder gelegt, sie dann gut gepolstert in ihr Auto gepackt und zum nächsten Ausstellungsort gefahren. Das war ihr die Heilige Elisabeth dann doch wert. Zu deren 800. Geburtsjubiläum in diesem Jahr hatte Christina Simon Linolschnitte für eine Wanderausstellung angefertigt.
"Ich habe parallel eine zweite Ausstellung mit 18 Bildern konzipiert."
Christina Simon Künstlerin
"Tausende Menschen haben sie gesehen", zieht die Weißenfelser Lehrerin und Künstlerin, deren Atelier sich im Kunstprojekt Brand-Sanierung in der Weißenfelser Novalis-straße 13 befindet, ein Resümee. Das wohl auch, weil sich die Bilder, entgegen der herkömmlichen Präsentationsmethoden in Museen, zu den Menschen auf den Weg gemacht haben. "Sie sind auf Pilgerreise zu verschiedenen Orten und damit unterschiedlichen Menschengruppen gegangen", erklärt Frau Simon. Sie spricht von der geschlossenen Kirchengemeinde in Budapest genauso wie von unzähligen Pilgern in der Begräbniskirche in Marburg, Wallfahrern in Erfurt und den Ärzten, Krankenschwestern, Kranken und Besuchern in Kliniken - wie zuletzt in Halle. Dass eine Wanderausstellung eine hohe organisatorisch-technische Belastung darstellt, weiß die passionierte Künstlerin mittlerweile auch. Jeder Raum sei anders, die technische Ausstattung, um Bilder zu zeigen, ohnehin. Die Linolschnitte in Kirchenhäusern genauso gut wie in Kliniken zu präsentieren, sei schon eine Herausforderung gewesen, sagt sie. Doch die Bildergruppen immer so zu hängen, dass sie bei den jeweiligen Lichtverhältnissen am besten wirken, ist wichtig. Darum kümmerte sich Frau Simon jeweils persönlich. Die aneinander gereihten Ausstellungsorte folgten dem Lebensweg von Elisabeth, macht Frau Simon aufmerksam. Das Publikum habe an allen sechs Orten positiv und dankbar reagiert. Das Thema, mit dem sie sich selbst auseinander setzte, habe das Jubiläumsjahr bereichert. Das bezeugen auch die Einträge ins Gästebuch.
Figuren mit ihrer Geschichte zu verbinden und immer wieder zu erzählen, sieht sie als aktuelles Thema an. "Im Nach- und Weitererzählen von gehaltvollen Geschichten für nächste Generationen besteht unsere Aufgabe", stellt sich die Weißenfelser Pädagogin auch für ihre Freizeit eine Aufgabe.
"Für dieses Projekt konnte ich sehr schnell Verbündete finden", blickt Christina Simon auf das Jahr zurück. Der Kunsthistoriker Dr. Falko Bornschein publizierte für die Schau ein Faltblatt. Die Kunsthistorikerin Ulrike Meier führte an jedem Ort mit einem Vortrag in die Ausstellung ein. Die Theologin Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann richtete den Blick auf die Entwicklung der Frömmigkeitsbewegung des 13. Jahrhunderts, das die Heilige Elisabeth sehr prägte.
Elf Linolschnitte aus der Elisabeth-Serie hat Christina Simon verkauft. Reich werden könne sie davon nicht. Doch die Anerkennung ihrer Arbeit sehe sie darin schon. Weil die Resonanz in diesem Jahr so groß war, wird Simons Elisabeth auch nicht von der Bildfläche verschwinden. "Ich habe parallel eine zweite Ausstellung mit 18 Bildern konzipiert", sagt sie. Die war zur Langen Nacht an der Martin-Luther-Universität in Halle, in ihrer Heimatpfarrei Goseck und in der Herz-Jesu-Kirche sowie dem St.-Barbara-Krankenhaus im bayerischen Schwandorf zu sehen. Es gebe weitere Nachfragen, die Elisabeth-Linolschnitte auch nach dem Jubiläumsjahr zu zeigen, sagt die Künstlerin. Deshalb wolle sie nun eine Standardausstellung zusammenstellen, die dann abgerufen werden könne.
Dass die Weißenfelserin aber auch schon an einem anderen Thema arbeitet, verwundert nicht. Sie sei angesprochen worden, sich doch mal mit Mechthild von Magdeburg zu befassen. Auch deren Geburtstag jährte sich 2007 zum 800. Mal. Doch mehr verrät Christina Simon noch nicht. Erst, wenn die Ausstellung für 2008 fertig ist.
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Langes Interesse an den leblosen Dingen
Im Haus in der Novalisstraße 13 waren am vergangenen Samstagabend wieder die Pforten für Besucher geöffnet. Das Kunst- und Kulturprojekt „BRAND-SANIERUNG“ führt nach erfolgreicher Bilanz der vergangenen Jahre die Arbeit fort. Zeitgenössische Kunst mit regionaler Verankerung hat dort eine Heimat gefunden.
Christina Simon hat sich über ein halbes Kalenderjahr mit der stillen Natur auseinandergesetzt und stellt ihre Antwort in großformatigen farbigen Linolschnitten in einer beachtlichen Ausstellung zur Schau. … Ein großes Publikum kam zusammen und saß dicht gedrängt inmitten der Ausstellung, um dem Kunstwissenschaftler Armin Hauer vom Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder bei einem Streifzug durch die Kunstgeschichte des Stillebens in der europäischen Kunst von der Antike bis zur Gegenwart zu folgen.
MZ vom 06.05.2006
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Fotos aus Chloes Tagebuch
Wieder einmal konnte das Projekt „BRAND-SANIERUNG“ am Wochenende auf einen Höhepunkt in seiner Veranstaltungsfolge des Jahres verweisen.
Die Ausstellungseröffnung der jungen Fotokünstlerinnen Nora Erdmann, Myriam Lutz und Jean Balke zog starkes Interesse der Besucher auf sich. Mit modernen Medien, großformatigen Fotografien, einer konzeptionell arrangierten Fotowand und einer Videoinstallation mit fünf Monitoren nähern sie sich aus verschiedenen Positionen dem Porträt.
Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung war das anschließende Akkordeonkonzert mit Nancy Laufer, einer gebürtigen Weißenfelserin, die sich jüngst in die Meisterklasse von Stefan Husong gespielt hat.Es war einfach wie die Akkordeonistin mit dem ganzen Körper das Instrument in Bewegung versetzt und welchen Herausforderungen sie sich bei der Musikauswahl gestellt hat. Das Konzert endete mit Bravo- und Zugaberufen eines sehr konzentrierten und ergriffenen Publikums.
Neben den Arbeiten der jungen Künstlerinnen hat die Gastgeberin und Initiatorin Christina Simon ihre neuesten Linolschnitte zur Schau gestellt. Sie hinterfragtin ihrer Arbeit das Verhältnis des Menschen zur Welt und zu Gott. Im Gegensatz zu den Porträtierenden hat sie einen symbolischen und typologischen Ansatz gewählt. Neue Farbkombinationen und Themen weckten hier das Auge der Betrachter, von denen viele ihren Arbeitsstil kennen.
MZ vom13.09.2005
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Bilder beschäftigen sich mit Jona
Seit über einem Jahrzehnt gilt die Novalisstraße 13 als Adresse für kleine aber feine Begegnungen Kunstinteressierter. Am Samstag, 9. April hatte Frau Simon anlässlich der Eröffnung ihrer Frühjahrsausstellung mit Arbeiten über den Propheten Jona mehr als dreißig interessierte Besucher zu Gast.
Durch den Theologen Dr. Gerhard Begrich aus Erfurt erhielt das Publikum eine kurzweilige Einführung in die Hintergründe der biblischen Prophetie. Sein Vortrag machte anschaulich klar, in welchem Ausmaß der Text aktuelle Bezüge aufweist. Danach sahen die Betrachter die in einer besonderen Linoltechnik gefertigten Kunstwerke von Frau Simon mit ganz anderen Augen.
MZ vom 12.04.2005
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Kontrastreiche Ausstellung verspricht Spannungsbogen
Wieder zog es viel Stammpublikum in das denkmalgeschützte Gründerzeithaus, das als wertvoller Klinkerbau saniert werden müsste.Christina Simon schuf in diesem Jahr großformatige Druckgrafiken, die biblische Gestalten zeigten und ebenso wie Glasmalereien seit dem vergangenen Wochenende viel Aufmerksamkeit erregen.
Einen spannenden Kontrast dazu bieten die Arbeiten der langjährigen MZ-Bildreporterin Ingelore Lohse.
MZ vom 31.08.2004
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Während eines Treffens brachte sie Künstler mit Besuchern zusammen, hob die Barriere zwischen beiden auf, indem sie Freunde und Bekannte herausforderte und ihnen Möglichkeiten gab, den Kunstwerken Eigenes entgegenzusetzen. …
MZ vom 23.08.2002
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